Bauphysiker Halle
Bauschäden Feuchte

Roland Marktplatz Halle Saale
Marktplatz Halle Saale mit dem Roland

Baufeuchte Nutzungsfeuchte

Baufeuchte Schimmel Lüftung

Dipl.-Pysiker Günter Schulze BauphysikerDipl.-Phys. Günter Schulze
Bauphysiker seit 1976
Primelweg 7, 06122 Halle
0345-25179391

Bauakustik Wärmeschutz Verkehrslärm Lärmprognose

Feuchte im Gebäude

Über 10.000 l Wasser werden beim konventionellen Bau eines Einfamilienhauses verbraucht. Das Wasser wird durch Verdunstung und chemische Prozesse abgebaut, aber auch nach einigen Jahren enthält das Gebäude noch Restfeuchte.

Früher waren die Bauzeiten deutlich länger. Den Rohbau ließ man überwintern und vor dem Einzug musste eine Austrocknungszeit eingehalten werden. Die oft überdimensionierten Heizungen, ständiger Luftaustausch durch Fensterfugen und Türfugen bewirkte eine bessere Austrocknung als heute. Damals war aber auch ein „Trockenwohnen“ erforderlich und nicht unproblematisch.

Lüftung - Heizung

Mit modernen Bautechnologien und Baustoffen wird heute weit weniger Wasser in der Bauphase eingetragen. Die Wohnungen sind dann auch sofort bezugsfertig. Eine Restbaufeuchte ist allerdings nie vermeidbar. Heute hat man sehr hohe Luftdichtigkeit von Fensterfugen und Türfugen. Das ist sinnvoll, um nicht die Umwelt zu heizen. Das behindert aber die Austrocknung. Richtiges Lüften ist daher besonders wichtig. Bauschäden und gesundheitliche Nachteile vermeiden, ohne gleichzeitig Energie zu vergeuden - das wird nur so möglich.

Feuchte durch die Nutzung

Nutzungsfeuchte, z.B. durch Kochen, Baden, Duschen, Atemluft, Zimmerpflanzen, ist zu minimieren. Hohe Luftfeuchte erzeugt physisches Unbehagen, führt zu Schäden an Holzeinbauten und Möbeln, zu Schwitzwasser und in der Folge oft zu Schimmelpilzbildung an Innenseiten der Außenwände, besonders in Raumecken und Fensterbereichen.

Schwitzwasser (Tauwasser)

Warme Raumluft enthält viel Wasser. Kühlt sie sich an den kälteren Wandoberflächen bis an den Taupunkt der Luft ab, wird „Tauwasser” und der in ihr enthaltene Wasserdampf zu Wasser kondensiert. Jeder kennt diesen physikalischen Vorgang an „beschlagenen” Fensterscheiben.

Beschlagene Scheiben sind ein Alarmsignal zum Lüften!

Richtiges „Einwohnen eines Neubaus”

  1. Die Baufeuchte muss aus den Bauteilen entweichen können. Die ersten Heizperioden sind noch kein Maßtab für den Heizenergieverbrauch. Der Austrocknungsprozess ist abhängig von den Witterungsverhältnissen und kann über 2 Jahre dauern. In der Einwohnphase ist alles zu tun, was das Austrocknen der Wände unterstützt.
  2. Ausreichend Heizen
    Nur sich erwärmende Luft kann zusätzliches Wasser aufnehmen. Die relative Luftfeuchte kann man mit einem handelsüblichen Hygrometer messen. Der raumklimatisch optimale Bereich liegt bei 40% bis 50% und 20°C – 22°C Raumlufttemperatur.
  3. Die von der Raumluft aufgenommene Feuchte muss regelmäßig abgeführt werden. Normalerweise ist ein 0,5- bis 0,8-facher Luftwechsel pro Stunde erforderlich.

Was behindert das Austrocknen der Wände?

  1. Möbel nicht unmittelbar an Außenwand, ca. 10 cm Lüftungsabstand lassen.
  2. Größere Bilder mit etwa 1 cm starken Abstandhaltern anordnen (Kunststoffscheiben, Korkscheiben aufkleben)
  3. Wandbekleidungen erst nach dem Austrocknen anbringen
  4. Wandoberflächen nicht mit dampfdichten Tapeten, Folien oder Anstrichen versehen
  5. Wäsche nicht in Wohnräumen trocknen

Tipps zum richtigen Lüften

  1. Alle Räume regelmäßig mehrmals am Tag intensiv lüften (Fenster und Türen öffnen, Durchzug schaffen)
  2. Stoßlüftung 5 bis maximal 10 Minuten (Besonders wirksam ist das bei Wintertemperaturen!)
  3. Dauerlüftung (gekippte Fenster) kostet zusätzliche Energie und sollte während des Heizbetriebes unterbleiben
  4. Während des Lüftens kann man Thermostatventile an den Heizkörpern mit einem Tuch abdecken. damit die Ventile nicht voll öffnen
  5. In wenig benutzten Räumen den Heizkörper nicht ganz abstellen. Türen zu weniger beheizten Räumen geschlossen halten
  6. Beim Kochen, nach dem Baden und Duschen Fenster auf und Türen zu, damit sich der Wasserdampf nicht in andere Räume ausbreiten kann
  7. Im Winter die Raumtemperatur von ca. 15 °C nicht unterschreiten
  8. An heißen Sommertagen keinesfalls Kellerräume lüften, sonst wird ein Feuchtetransport von außen nach innen bewirkt! Das Ergebnis macht sich dann als Tauwasser an den Kellerwänden bemerkbar.